Wie sieht mich mein Hund?

Wie sieht mich mein Hund in seinem Alltag voller Gefühle, Sinneseindrücke und Loyalität?
Vielleicht liebevoller, intensiver und bewusster, als Sie es sich je vorstellen könnten.
Diese einfühlsame Botschaft aus Hundeperspektive lädt Sie ein, die Welt mit seinen Augen, Ohren und seinem Herzen zu sehen. Ihr Hund zeigt Ihnen, wie er Sie wahrnimmt, was er von Ihnen lernt und warum Sie für ihn Sicherheit, Liebe und Führung zugleich bedeuten.

Hallo ... hier spricht dein Hund ...

… und du bist mein Mensch. Du hast mich ausgesucht und zu dir genommen. Du hast mir ein neues Zuhause und eine neue Familie gegeben und ich bin dir so fest dankbar, dein Hund zu sein, bei dir zu sein und …. Dich zu lieben und dich zu spüren.

Es macht mir sehr viel Freude, wenn du mir neue Dinge lehrst und mir zeigst, was ich wissen muss, damit du mich überall hin mitnehmen kannst. Dass du stolz auf mich sein kannst. Aber weißt du, vieles ist für mich neu und manchmal verstehe ich auch nicht, warum das so sein muss. Dann musst du nicht gleich böse werden, denn ich möchte es ja lernen, aber wenn ich nicht nachvollziehen kann, warum, brauche ich halt etwas mehr Zeit, bis ich es begriffen habe. Bitte gib mir diese Zeit.
Wenn ich es nicht verstehen kann, muss ich halt lernen zu verstehen, dass es so ist, weil du der Chef in meinem Rudel bist und ich manchmal einfach machen muss, was du als mein Rudelführer von mir willst. Das fällt mir zwar manchmal schwer und dauert, aber glaube mir, ich gebe mir Mühe, es zu verstehen und dann auch zu tun.

Als dein Hund und dein dich liebendes Wesen spüre ich deine Gedanken, deine Stimmungen und alles, was du bist.
Wenn du fröhlich bist, machst du mich noch fröhlicher, denn ich liebe, wie du lachst, wie du dich freuen kannst und wie du manchmal auch jubeln kannst. Obwohl ich das nicht immer nachvollziehen oder verstehen kann. Aber ihr Menschen seid manchmal schon etwas ganz Besonderes.

Aber ich spüre auch, wenn du traurig bist. Manchmal bist du so fest traurig, dass auch ich traurig werde und ganz nahe bei dir sein möchte, um dich zu trösten, dir zu helfen, nicht mehr so traurig zu sein.
Doch ich halte es für wichtig, dass du weißt, wie ich die Welt sehe, daher gebe ich dir hier einige Informationen, die du kennen solltest.

Meine Wahrnehmungen werden im Wesentlichen durch die klassischen fünf Sinne geprägt:

1. Meine visuelle Wahrnehmung

Mein Blickfeld ist etwa 40 % größer als deines. Das bedeutet, dass ich Dinge über die Augen wahrnehmen kann, die du nicht siehst oder noch nicht sehen kannst. Das führt dazu, dass ich mich manchmal für dich nicht nachvollziehbar verhalte. Daher bitte ich dich, das zu berücksichtigen und einfach zu verstehen, dass meine visuelle Wahrnehmung mein Verhalten manchmal stark beeinflussen kann.

1a. Meine Farbwahrnehmung

Dazu kommt, dass meine Farbensicht sich massiv von deiner unterscheidet. Im folgenden Farbschema kannst du sehen, wie deine bunte Welt für mich aussieht.

Vergleich der Farb- und Seh­wahrnehmung von Mensch und Hund zur Erklärung, wie Hunde ihre Umwelt sehen – passend zum Thema „Wie sieht mich mein Hund“

2. Mein Geruchsinn

Das ist mein am stärksten ausgeprägter Sinn. Ich besitze etwa 300 Millionen Riechzellen im Gegensatz zu deinen etwa 5 Millionen. Das ist ein gigantischer Unterschied. Ein Unterschied, der für mich im Zusammenleben mit dir manchmal sehr speziell sein kann, denn wenn du zum Beispiel rauchst oder so, ist das für mich leider sehr unangenehm, daher verziehe ich mich dann, wenn ich kann.

Aber ich nehme, unter anderem, über diesen Sinn auch deine Stimmungen wahr, denn deine Stimmungen verändern deinen Körpergeruch, sodass ich deine Emotionen, etc. richtiggehend riechen kann. Daher nehme ich Details wahr, die du dir nicht einmal vorstellen kannst. Daher wäre es von Vorteil, wenn du lernen würdest, etwas bewusster mit deinen Emotionen umzugehen und sie bestenfalls kontrollieren zu lernen.

Um Duftstoffe wahrzunehmen, kann ich zum Beispiel in der Minute bis zu 300 Mal atmen und daher ist es wichtig, dass du beim Gassi gehen nicht so durch die Landschaft rennst, denn dadurch nimmst du mir die Möglichkeit und das Vergnügen wahrzunehmen, wer vor uns vorbeigelaufen ist. Das ist nämlich meine Art, „Zeitung zu lesen“, und das ist für mich sehr wichtig. Daher eile mit weile mein Lieblingsmensch, und lass mir dieses Vergnügen.

3. Mein Hörsinn

Mein Hörsinn ist mindestens dreimal so stark ausgeprägt (65.000 Hertz ich/20.000 Hertz du) wie dein Hörsinn. Das bedeutet, dass du mich niemals anschreien solltest, denn das macht mir Angst und verunsichert mich stark. Durch diesen guten Hörsinn kann ich sehr viele Dinge wahrnehmen und zuordnen. Ich höre Dinge, die du nicht einmal kennst und kann daher auch darauf reagieren. Es ist wichtig, dass du dir darüber bewusst bist, um mich und mein Verhalten zu verstehen.

Daher ist es für mich auch unangenehm, wenn du zu laut Musik hörst oder wenn du mich lauten Pfeifgeräuschen oder sonstigem Lärm aussetzt. Böllerknallen, Raketen, Waffenschüssen und anderen lauten Dingen. Bitte nimm Rücksicht auf mich.

4. Mein Tastsinn

Durch meinen Tastsinn spüre ich meine Umwelt. Besonders in der Nacht ist es für mich sehr wichtig, dass meine Haut, die Schnauzhaare, meine Augen- und Nasenhaare (Vibrissen), meine Umgebung fühlen und Hindernisse, etc. erkennen können.
Ich kann so auch Druck, Wärme, Kälte und Schmerz spüren. Besonders meine Pfoten sind empfindlich und nehmen Untergründe und Temperaturen sehr stark wahr. Wenn ich auf heissem Untergrund laufe, schmerzen meine Pfoten sehr.
Für mich ist es beispielsweise viel zu heiß, wenn du deine Hände oder nackten Füße nur sehr, sehr kurz am Boden oder der entsprechenden Unterlage halten kannst. Dann gehe bitte ganz schnell an einen kühleren Untergrund mit mir. Danke!

Im Weiteren nehme ich auch feinste Vibrationen wahr und kann so erkennen, ob Gefahr droht. Sei es ein Erdbeben, einen Hangrutsch oder eine Lawine, alles das spüre ich lange bevor es ersichtlich ist und verhalte mich entsprechend, um dich zu warnen oder dich zu retten. Es wäre sehr sinnvoll, wenn du meine Reaktionen nicht ignorieren würdest, daher ist es von großer Wichtigkeit, dass du achtsam bist und mich bewusst wahr nimmst.

Auch deine Berührungen mag ich sehr und es ist schön, deine Nähe zu spüren. Doch wenn es mir zu viel wird, zeige ich dir das an und dann wäre es schön, wenn du mich in Ruhe lässt.
Manchmal brauche ich einfach meine Ruhe und möchte einfach da sein, ohne berührt zu werden. Am liebsten gehe ich dann auf einen Platz, den ich als Rückzugsort mag. Dieser Platz liegt in der Regel an einem Ort, wo ich den Überblick habe und sehen kann, was in meinem Umfeld so passiert. Das gibt mir Sicherheit und Ruhe.

Hund legt seine Pfote in die Hand eines Menschen – Symbol für Vertrauen, Nähe und den Tastsinn. Darstellung zum Thema „Wie sieht mich mein Hund“

5. Mein Geschmacksinn

Mein Geschmacksinn ist wesentlich schwächer ausgeprägt als deiner. Da bist du für einmal viel besser als ich. Aber das ist kein Problem für mich, denn was ich in der Natur und sonst so schmecken muss, ist wirklich nicht immer für einen feinen, erlesenen Geschmacksinn geeignet. Das kann schon manchmal beim Futter oder den Leckerlis sein, die du mir manchmal anbietest.
Apropos Futter und Leckerlis: Mein täglicher Bedarf an Futter, inkl. Leckerlis beträgt etwa 3% meines Körpergewichts, je nach sportlicher Auslastung. Gib mir also nicht zuviel Futter und Leckerlis, denn dann werde ich vielleicht zu schwer, was mein Herz und meine Gelenke sehr belastet.

Doch auch was sich in der Natur so finden lässt und wo ich halt manchmal aus lauter Übermut reinbeisse, weil es so lecker aussieht. Darum bitte ich dich, hier ein Auge auf mich zu haben, denn Rossbollen sehen für mich zwar lecker aus, sind aber heute oftmals mit viel Chemie belastet und daher sollte ich sie nicht fressen. So merke ich auch nicht, wenn ich in einen Giftköder beisse, bis es eben schmerzt und ich dringend zum Arzt muss.

6. Königsdisziplin - Energetik

Die energetischen Signale sind für mich die Königsdisziplin, denn sie verraten mir, wie mein Gegenüber sich gerade fühlt und was es beabsichtigt.
Wenn du Angst, Stress, Unsicherheit, Wut und andere negative Emotionen und Gefühle in dir trägst, nehme ich diese wahr, bevor du dir selbst über diese Emotionen bewusst bist. Aber auf die selbe Weise spüre ich auch Liebe, das Bedürfnis nach Nähe oder nach Beistand.
Wenn ich manchmal einen von dir geplanten Weg oder eine Route nicht gehen will und mich richtig gegen diese Laufrichtung wehre oder sogar bocke, kann das auch damit zu haben, dass ich spüre, dass dieser Weg nicht gut für uns sein könnte. Daher achte auf mein Verhalten und wäge gut und achtsam ab, ob wir diesen Weg wirklich gehen müssen. Vielleicht erspart uns ein Umweg viel Ärger.

Doch ich kann auch Absichten und Emotionen anderer Wesen spüren und das löst dann bei mir Reaktionen aus. Reaktionen, die du dir vielleicht nicht wirklich wünschst.

Wenn wir beide zusammen kommunizieren, sind deine Emotionen sowie deine Körpersprache wichtige Indikatoren, die Einfluss auf mein Verhalten haben können. Wichtig dabei ist, dass du lernst, die richtige Körperspannung aufzubauen, denn dadurch nehme ich dich besonders stark als meinen Rudelführer wahr. Als Rudeltier ist es für mich wichtig und von großer Bedeutung, einen vertrauenswürdigen, ehrlichen und konsequenten Rudelführer zu haben, denn dadurch erhalte ich Sicherheit und Klarheit und muss nicht selbst die Führung übernehmen.
Je nach meinem Charakter, meinem Wesen sowie den genetischen und epigenetischen Anlagen, kann mein Verhalten und meine Ansprechbarkeit sehr unterschiedlich sein. Wenn du da nicht mehr weiter weisst, hole dir bitte Hilfe von jemandem, der sich mit meinen Problemen auskennt.

Du siehst also, mein geliebter Mensch, ich bin ein hochkomplexes Wesen, mit vielen starken Eigenschaften, einem individuellen Charakter, einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Persönlichkeit und einem eigenen Willen. Das solltest du verstehen und respektieren. Gehe mit Achtung und Respekt, am besten auf Augenhöhe, mit mir um.

Wenn du das alles berücksichtigst, haben wir gute Chancen, ein perfektes Team zu werden und ganz viel Freude in die Welt zu tragen.

In diesem Sinnen grüsse ich dich,

Dein dich liebender, immer treuer Partner Hund