Die drei wichtigsten Beziehungsebenen zu deinem Hund

Wie schon jeder von uns in seinem Leben erfahren hat, gibt es verschiedene Beziehungsebenen, die Menschen zu Menschen und zu anderen Lebewesen aufbauen können. Unter Beziehungsebenen verstehen wir die Art, das Gefühl sowie die Tiefe der Verbundenheit zu dem betreffenden Lebewesen, insbesondere dem Hund.

Wir möchten uns in diesem Text mit den drei vordergründigsten Ebenen beschäftigen, die wir Menschen mit unseren Hunden erreichen können.
Aus diesen Beziehungsebenen entstehen Bindungen, die das Miteinander prägen und gegebenenfalls zu ganz besonderen Beziehungen führen können.

Dazu muss angemerkt werden, dass nicht jeder Mensch und jeder Hund in der Lage oder Willens ist, einzelne der zu besprechenden Beziehungsebenen einzugehen oder zu erreichen.
Das hängt im Wesentlichen von der Feinfühligkeit, der Empathie und dem Charakter der jeweiligen Persönlichkeit ab. Das soll jedoch keine Wertung, sondern eine nüchterne Darstellung sein, die zeigt, welche Möglichkeiten die Offenheit und die Bereitschaft, sich auf die betreffenden Ebenen einzulassen, bieten.

Diese Ebenen will ich hier wie folgt bezeichnen:
1. die Arbeitsebene (Kopf)
2. die Gefühlsebene (Herz)
3. die energetische Ebene (Seele)

Diese drei Ebenen schliessen einander nicht aus, sondern können einander ergänzen. Das bedeutet, dass jede Ebene für sich ideal sein kann, jedoch nicht ausschliesst, dass sie andere Ebenen mit einschliesst, sodass irgendwann alle drei Ebenen eine Einheit bilden können, jedoch nicht müssen, um eine gute Beziehung im Mensch-Hund-Team zu gewährleisten.

1. Die Arbeitsebene

Unter der Arbeitsebene lassen sich die verschiedenen Ausbildungen, die Mensch und Hund im Idealfall durchlaufen, bezeichnen.
Das fängt grundsätzlich bei einer guten Basisausbildung an, welche Menschen mit ihren Welpen durchlaufen, um die Basis für ein gesellschaftsfähiges Miteinander zu legen. Gut sozialisierte Hunde sind eine wichtige Grundvoraussetzung für alle weiteren Ausbildungen.
Warum eine gute Sozialisierung bereits in den ersten Lebensmonaten so wichtig ist, erfahren Sie auch im Beitrag «Die Bedeutung der frühen Sozialisierung von Hunden».

Darauf folgt das Junghundtraining, welches sowohl dem Menschen als auch dem Hund Regeln und angemessenes Verhalten in den vielfältigsten Lebenssituationen aufzeigt und dazu beiträgt, dass sich Mensch und Hund jederzeit angemessen, sozialverträglich und verantwortungsvoll in der Öffentlichkeit bewegen können.

Danach können weitere Ausbildungen erlernt und geübt werden, die dem jeweiligen Mensch-Hund-Team entsprechen und Spass sowie Sinn machen.
Dazu gehören zum Beispiel: Spuren-, Objektsuche, Agility, Mantrailing sowie Apportier- und Gehorsamsübungen, Dummyarbeit etc., welche dazu dienen, die körperliche und geistige Ausgeglichenheit des Hundes zu fördern und zu erhalten. Alle diese und viele weitere Massnahmen dienen dazu, die Mensch-Hund-Bindung zu stärken.
Ganz besonders wichtig ist auch, das intensive Training einer guten Impulskontrolle sowie Frustrationstoleranz zu üben.

Für Arbeits- und Gebrauchshunde kommen dann noch diverse Spezialausbildungen hinzu.
Diese Ausbildungen beschäftigen sich mit der Ausbildung zum Polizei-, Zoll-, Spür-, Such- und Rettungshund sowie weiteren Themenbereichen wie zum Beispiel: Herdenschutzhund, Blindenführhund oder Begleithund, Assistenzhund sowie viele weitere interessante Spezialausbildungen.

Besonders wichtig dabei ist, dass man dem Hund beim oder nach dem Training immer genügend Ruhepausen und reichlich frisches Wasser anbietet und ihn nicht einer Dauerbelastung aussetzt.

Gerne bin ich für Sie da, wenn Sie vor der Entscheidung stehen, für welche Ausbildung Sie sich entscheiden sollten, denn nicht jeder Hund ist für jede Aufgabe gleich gut geeignet. Gerne klären wir das in einem persönlichen Gespräch.

Mensch trainiert konzentriert mit seinem Hund auf einer Wiese und stärkt die gemeinsame Zusammenarbeit.

2. Die Gefühlsebene

Der Hund gilt nicht umsonst als der beste Freund des Menschen. Das hat verschiedene Gründe, welche uns oftmals gar nicht wirklich bewusst sind.

Ein Hund empfindet Emotionen, wie Gefühle, Ängste und Unsicherheit auf dieselbe Weise wie der Mensch. Das kommt daher, weil diese Empfindungen beim Hund in denselben Hirnregionen angesiedelt sind wie beim menschlichen Gehirn. Das ist auch ein Grund dafür, dass der Hund uns in fast allen Lebenslagen verstehen und unsere Emotionen mitfühlen und deuten kann. Dabei muss jedoch unterschieden werden, dass der Hund grundsätzlich mit Emotionen anders umgeht als wir Menschen es tun.

Da der Hund im Augenblick lebt, erlebt er Ereignisse bzw. die Emotionen daraus sehr situativ und reagiert entsprechend direkt darauf. So entwickelt der Hund zum Beispiel oftmals ein Schutzverhalten, wenn er spürt, dass wir unsicher, ängstlich oder wütend sind. Dieses Schutzverhalten kann dann oftmals zu unerwünschten Reaktionen führen. Reaktionen wie unfreundliches Verhalten dem nahenden Subjekt/Objekt gegenüber, das bis zu gefährlichen Attacken führen kann.
Wie stark unser eigener innerer Zustand das Verhalten unseres Hundes beeinflussen kann, erfahren Sie auch im Blogartikel «Warum Ängste des Menschen das Verhalten des Hundes beeinflussen».

Das ist in vielen Fällen ein angeborener Schutzinstinkt, den wir dem Hund nicht übelnehmen sollten, denn wir haben möglicherweise dieses Verhalten durch unseren „inneren Zustand“ – also unser Denken, Fühlen sowie unser situatives Verhalten ausgelöst. Durch unsere unbewussten Gedanken, die der Hund interpretiert und unmittelbar seiner Einschätzung entsprechend handelt.

Natürlich gibt es auch Verhaltensauffälligkeiten, die direkt nichts mit uns zu tun haben und letztendlich reines Instinktverhalten sind. Diese Verhaltensmuster können sowohl auf genetische oder epigenetische Prägungen zurückgehen oder auf schlechte Erfahrungen, die der Hund in seiner jüngeren Vergangenheit erlebt hat.

Daher ist es von grosser Bedeutung, dass wir lernen, stets bewusst mit unseren Gedanken umzugehen, denn für die Treue und Liebe zu uns, würde ein mancher Hund ohne zu zögern sein Leben riskieren. Daher sollten wir unserem Hund stets mit Ruhe, Achtung und Respekt begegnen, im Wissen, dass der Hund uns beschützen will. In diesem Zusammenhang ist es von grosser Wichtigkeit, dass wir die Sprache, insbesondere auch die Körpersprache unseres Hundes, verstehen und diese entsprechend interpretieren und erwidern können.

Weitere wertvolle Werte, die wir durch unseren Hund erfahren, sind:
Der Hund hält uns zum Beispiel durch Gassi gehen, spielen, sich kümmern, ihn pflegen und viele weitere Dinge in Bewegung und trägt so auch massgeblich zu unserem Spass und unserer Gesundheit bei. Oftmals ist er auch ein Spiegel unseres Verhaltens, denn er spürt unsere Stimmungen, Launen, Ängste und Sorgen. Wenn wir achtsam und aufmerksam sind, lernen wir daraus und können uns bewusst aus negativen mentalen Spiralen lösen. Das tun wir sicher gerne, wenn wir unseren Hund damit entspannt und glücklich machen können, denn wer verbringt schon gerne seine Zeit mit einem „Miesepeter“?

Durch sein Verhalten wird der Hund auch zu einem Spiegel unserer selbst und hilft uns auf wunderbare Weise zu besseren Gedanken und besserer Laune – oftmals lernen wir auch über uns selbst zu lachen und uns und andere nicht allzu ernst zu nehmen.

Wenn wir unser Zusammenleben mit unserem Hund achtsam und bewusst gestalten, gibt uns der Hund unsere Aufmerksamkeit und Liebe durch viele kleine Gesten zurück. Er zeigt uns, dass wir ihm wichtig sind, kommuniziert mit uns und schenkt uns seine Liebe und sein Vertrauen.

Dem Hund ist es egal, ob wir arm oder reich, ob wir schön, angesehen oder hoch geachtet oder sogar berühmt sind. Er nimmt uns, wie wir sind, und liebt uns ohne einen besonderen Selbstzweck. Wichtig ist für ihn nur, dass wir ihm unsere Aufmerksamkeit, unsere Liebe und Fürsorge schenken.

Gerne unterstütze ich Sie dabei, mit Ihrem Hund richtig zu kommunizieren und dabei eine weitere Dimension des Zusammenseins zu erreichen.

Inniger Moment zwischen Mensch und Hund als Zeichen von Vertrauen und emotionaler Verbundenheit.

3. Die energetische Ebene

Die energetische Verbindung zwischen Mensch und Hund ist ein faszinierendes und vielschichtiges Thema, das sowohl spirituelle als auch wissenschaftliche Aspekte umfasst. Hier sind einige wichtige Punkte dazu:

Die Wissenschaft, insbesondere die Neurowissenschaften, versucht schon lange, das Bewusstsein dem Gehirn zuzuordnen, doch sie finden in allen vier Hirnbereichen (Grosshirn, Kleinhirn, Zwischenhirn sowie dem Hirnstamm) keinen Hinweis auf den Sitz eines Bewusstseins.

Doch das Bewusstsein existiert und ist wichtig, um unter anderem Gefühle und Emotionen zuordnen zu können und deren Bedeutung richtig zu erfassen. Wenn nun aber das Bewusstsein nicht im Hirn nachweisbar ist, wo ist es denn?

In meiner These gehe ich davon aus, dass das Bewusstsein überall sein muss. In uns und um uns herum. Das bedeutet, dass das Bewusstsein mit den Seelen aller denkenden und fühlenden Wesen verbunden sein muss. Doch dazu später mehr.

Aber zurück zum Thema Mensch-Hund.
Da Bewusstsein Energie sein muss, die das Verhalten von Wesen beeinflusst und dies unabhängig von unseren Intelligenznormen, scheint es logisch, dass diese Energien interagieren können, sowohl in und mit unserem Körper, als auch in unserem Wesen und somit auch im Körper und Wesen anderer denkender und fühlender Arten.
Diese Interaktionen sind aber nicht auf das einzelne Wesen beschränkt, sondern funktionieren auch übergreifend auf alle Wesen. Das nennen wir dann „energetische Verbindung“. Somit muss es logischerweise möglich sein, auch mit unserem Hund auf energetischer Ebene zu kommunizieren.

Diese Theorie ist durch viele Erfahrungen, insbesondere von Naturvölkern, überliefert und belegt. Sie findet jedoch auch zunehmend in unserer Gesellschaft Einzug. Einzig die Wissenschaft tut sich noch ein bisschen schwer damit, da die Beweisbarkeit nach wissenschaftlichen Normen noch fehlt. Nichtsdestotrotz kann sich auch die Wissenschaft nicht von den unbeweisbaren, aber trotzdem wahrnehmbaren Ereignissen verschliessen.

Wie erreichen wir nun die energetische Beziehung zu unserem Hund?

Dazu braucht es in erster Linie Vertrauen und Achtsamkeit. Aus Vertrauen entsteht Sicherheit. Sicherheit führt zu Offenheit sowie einer starken Nähe zu unserem Tier, welche den energetischen Zugang erst möglich macht. Weiter ist es in diesem Zusammenhang extrem wichtig, dass wir Herr über unsere Gedanken sind und über eine hohe Achtsamkeit sowie eine stark ausgeprägte soziale Kompetenz verfügen. Doch das Wichtigste ist eine gut entwickelte Empathie, in die wir vertrauen können.

Dann müssen wir willens sein, uns auf die energetische Ebene einzulassen ohne unseren Hund entsprechend beeinflussen zu wollen. Es geschieht oder es geschieht nicht! Eine solche Verbindung ist sehr individuell. Auch der Hund muss bereit und in der Lage sein, eine Beziehung mit einem Menschen auf dieser Ebene zuzulassen.
Doch wenn Mensch und Hund sich auf dieser wunderbaren Ebene begegnen können, erleben beide eine neue Dimension im Umgang miteinander und der Welt um uns herum. Viele Menschen berichten von ihren Erfahrungen und den einzigartigen Erlebnissen mit ihren Tieren.

Erfahrungen, welche zeigen, dass Tiere Menschen vor bevorstehenden Ereignissen warnen, sie schützen oder gegebenenfalls aus schwierigen Situationen retten können.

Mein Freund Conan, ein fröhlicher Cavalier King Charles Spaniel, wollte auf einer Wanderung einfach nicht den von mir eingeschlagenen Weg gehen. Er weigerte sich und tat alles, um mich von meinem Vorhaben abzuhalten. Ich verstand in diesem Moment nicht wirklich, was er mir mitteilen wollte. Aber sein Verhalten war so intensiv und klar, dass ich auf ihn hörte und einen anderen, weit beschwerlicheren und längeren Weg einschlug. Als wir später in einer Alphütte eingekehrt sind, erzählte mir mein Tischnachbar, dass auf einer nahegelegenen Weide, über die wir ursprünglich gehen wollten, eine Kuh eine Wandergruppe angegriffen hat und mehrere Wanderer verletzt hat. Warum nur wusste Conan um diese Gefahr?

Daher ist es bestimmt erstrebenswert, auf die Eingebungen seines Tieres einzugehen und derartige Interventionen ernst zu nehmen. Doch dazu braucht es Vertrauen in sein Tier, Achtsamkeit und Einfühlungsvermögen. Oftmals sind es in der Praxis jedoch sehr feine Signale und Interventionen unseres Hundes, welche wir oft und gerne übersehen. Doch es lohnt Achtsamkeit zu erlernen, zu üben und auf die feinen Signale unseres Hundes zu achten. Das zu erreichen ist jedoch mit Aufwand und Mühe verbunden.

Möchten Sie die Beziehung zu Ihrem Hund vertiefen?

Eine vertrauensvolle Beziehung entsteht nicht von heute auf morgen. Sie entwickelt sich Schritt für Schritt und ist so individuell wie jeder Mensch und jeder Hund. Gerne begleite ich Sie dabei, Ihre Mensch-Hund-Beziehung besser zu verstehen und gemeinsam neue Wege zu entdecken.